Besuch beim Voodoo-Priester in Abomey

Auf unserer Reise Richtung Dassa machten wir einen Zwischenstopp in Abomey und kamen dort zum ersten Mal in Berührung mit dem einheimischen Voodoo-Kult. Wir statteten in einem Fetisch-Dorf dem Dorfältesten, der gleichzeitig Voodoo-Priester war einen Besuch ab und nahmen an einer Zeremonie teil. Barfuß betraten wir den ersten „Tempel“, eine kleine Lehmhütte vollgestellt mit uralten-meist kaputten- Holzfiguren, Tierüberresten, Steinen, verschiedenen Gefäßen und einer Glasflasche mit der Aufschrift „SCHNAPPS“. Der etwas abwesend wirkende Priester begann sein Ritual mit einem kräftigen Schluck SCHNAPPS. Mit diesem bespuckte er die Fetische, um sie zu erwecken. Als die Fetische wach waren, murmelte er ihnen Beschwörungsformeln zu, die uns unser einheimischer Begleiter Josephat versuchte zu übersetzen. Großen Ekel rief das Anti-Hexen-Ritual bei uns hervor: wenn man von einer Hexe oder einem Hexer verfolgt wird, tunkt man seinen Finger in einen extra zubereiteten Brei, schmiert sich diesen in den Bauchnabel und leckt den Finger dann ab. Wir ließen uns die Zusammensetzung des Breis erklären: ein halbes Ziegeneuter (deutlich zu erkennen), etwas Gorillahirn, Ziegenblut, Hühnerhaut und Baobab-Saft. Wir konnten uns glücklich schätzen, gerade heute nicht von einer Hexe verfolgt zu werden, daher ging dieser Kelch an uns vorbei- der Priester selbst führte es an sich selbst durch. Dies alles wiederholte sich auch im 2. Tempel (Innenhof) und im 3. Tempel (ebenfalls eine Lehmhütte und gleichzeitig Schlafzimmer des Priesters). Im 3. Tempel verließen auch wir den Kreis des Bösen und traten ins Glück ein. Hierzu trank der Priester zunächst ein Horn voll SCHNAPPS und ließ uns dann weißes Pulver aus einem Tierschädel auf die Fetische pusten. Das Orakel am Ende weissagte uns beiden dann genau das gleiche, verkündet vom Priester, der uns aus seinen wässrig-betrunkenen Augen durchdringend und zufrieden ansah.

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