Zu Besuch bei Sorya Cambodia: Tag 1

Und da bin ich endlich: Nach 1 1/2 Wochen Großstadttrubel ist Tropangsdock die reinste Oase. Das heisst nicht, dass hier nichts los ist. Geht man die Straße entlang, so wird einem alle 5 Meter ein freundliches “Hello” zugerufen, antwortet man (im besten Fall natürlich auch noch in Khmer) und winkt herüber, so erntet man das strahlendste Gesicht, das man sich vorstellen kann. Man kann gar nicht anders, als sich vom ersten Augenblick an pudelwohl und zuhause zu fühlen. Ihr seht, ich bin absolut begeistert!

Etwa eine Taxistunde von Phnom Penh entfernt hat Mr. Thoeun, der “Executive Manager” von Sorya Cambodia mich an der Hauptstraße eingesammelt und als allererstes – wie kann es auch anders sein – zur wenigen Meter entfernten neuen Schule gefahren. Was für ein abgefahrenes Gefühl plötzlich an dieser Baustelle zu stehen, die man vorher nur von Bildern kannte und die sich einfach immer am anderen Ende der Welt befand! Und mit etwas Vorstellungskraft kann man die fertige Schule auch schon vor sich sehen!

Nach einer ersten Erkundung der Baustelle gab es in der Seidenfabrik nebenan erst einmal Prahok, “kambodschanischen Käse” (eigentlich aber eine Fischpaste), mit Reis und Gemüse zum Mittagessen. Ich hatte dann auch gleich die Gelegenheit Kim Nget, die vor kurzem noch in Hamburg zu Besuch war, und Max und Eva, die zwei deutschen Freiwilligen, die zur Zeit vor Ort sind, kennenzulernen. Beide sind super engagiert und eine echte Bereicherung für Sorya! Gegen Abend fand dann die von Max initiierte Cooking Class statt, sodass mit insgesamt 15 Leuten der Kochlöffel geschwungen wurde. Die Jugendlichen waren total aufgeschlossen und neugierig und haben mich ordentlich mit Fragen gelöchert (genauso soll es sein: abseits des klassischen Unterrichtes und ohne groß darüber nachzudenken das gelernte Englisch anwenden). Im Anschluss an den grandiosen Nachtisch (ein Gemisch aus eingeweichten Bananen, Kokosmilch, jeder Menge Zucker und kleinen gelatineartigen Kügelchen) wurde innerhalb von 10 Minuten alles blitzsauber geputzt! Auch wenn es beim Aufräumen die klassische Rollenverteilung gab, hat es mich wirklich sehr beeindruckt, wie alle völlig selbständig mitangepackt haben. Im Stockdunkeln ging es für Max, Eva und mich schließlich nach Hause, d.h. ins 25-Fahrradminuten bzw. 10-Motominuten entfernte Tropangsdock. Mitten im Dschungel steht hier entlang einer holprigen Straße die erste Sorya-Schule und das Voluntärshaus, das aus vier Zimmern und einer kleinen Veranda in der ersten Etage und einem großen Gemeinschaftsraum, dem Sorya-Office, einer Toilette und einer Dusche (= Auffangbehälter für Regenwasser) besteht. Eine Küche gibt es in einem weiteren Gebäude. Schon jetzt kann ich sagen, dass es meiner Meinung nach absolut die richtige Entscheidung war, auch für die neue Schule in eine Veranda zu investieren. Da sich unten meist jede Menge Dorfbewohner tummeln, gäbe es ohne die Veranda für die Volontäre keine Möglichkeit sich zurückzuziehen. Jeder, der hier auch nur ein paar Tage verbracht hat (und hier für mindestens drei Monate zuhause ist), weiß glaube ich, wie wichtig genau diese Option ist.

Damit es auch nicht langweilig wird, hat der Wettergott uns in meiner ersten Nacht hier gleich mal ein gewaltiges Gewitter gebracht. Aufgewacht bin ich allerdings nicht durch das Donnerknallen, sondern durch den Regen, der sich durch eine undichte Stelle der Wand dummerweise genau auf mein Bett niederließ. Nachdem ich all meine Sachen von den Fenstern weggeräumt und in Sicherheit gebracht hatte, hat Eva mir dann Asyl in ihrem (zum Glück ausreichend großen) Bett (=Lattenrost mit fester Bambusmatte) gewährt. Nichtsdestotrotz konnte ich mit einem guten Gefühl einschlafen: tolles Land, tolle Leute, tolles Projekt!

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2 Kommentare zu “Zu Besuch bei Sorya Cambodia: Tag 1”

  1. Andi schreibt:

    Sep 25, 10 um 19:31

    man wolfi, echt geil wenn Du so schreibst da bekommt man ja ricthig sehnsucht nach dem Land… und super, dass das Projekt so gut ist…. noch ganz viel Spaß und hoffentlich können viele weitblicker die erfahrung noch machen…lg

  2. blog.weitblicker.org schreibt:

    Okt 12, 10 um 20:52

    Retwitted this. Greetings from the Speedy DNS


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