Mittendrin statt nur dabei

3 1/2 Tage in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas: Wo faengt man da an? Massen-Aerobic-Einheiten an der Riverfront in den fruehen Morgen- und Abendstunden, an jeder Ecke Maerkte und Foodstalls, die allerlei Koestlichkeiten vertreiben (was mitunter durchaus im Auge des Betrachters liegt), Motos und TukTuks, die ueber die Strasse heizen, es ist laut, es ist voll, es ist bunt und mittendrin stehen die prunkvollen Gebauede des Royal Palace und der Silberpagode. Die Stadt steckt voller Widersprueche: Waehrend die reicheren Touris am Tonle Sap River Cocktails schluerfen und auf die blitzsaubere Promenade blicken (abends kommen dann die Einwohner aus allen Loechern gekrochen und toben hier herum), wird ein paar Seitenstrassen weiter um die Existenz gekaempft. Viele sind auf mehrere Jobs angewiesen; so wird zum Beispiel tagsueber als Mechaniker an Maschinen rumgeschraubt und nachts in einer Bar gearbeitet. Fuer viele TukTuk-Fahrer ist der Tag erst dann beendet, wenn genug Geld eingenommen wurde…

Um die etwa 15km entfernten Killing Fields Choeung Ek zu besuchen (hier wurden unter der Herrschaft der Khmer Rouge Massenexekutionen veruebt) habe ich mir ein Fahrrad gemietet und mich in den fruehen Morgenstunden an riesigen Kreuzungen zwischen tausenden Motorbikes wiedergefunden. Mittendrin statt nur dabei! Irgendwie habe ich dieses Verkehrschaos heil ueberstanden, wenn man zurueckdenkt eigentlich ein kleines Wunder. Irgendwie habe ich es aber leider auch geschafft, die richtige Abbiegung zu verpassen, sodass ich fast 20 zusaetzliche km zurueckgelegt habe (was angesichts der Strassen und der Hitze eine riesen Strecke ist). Eingestaubt von oben bis unten, mit Sonnenbrand und nassgeschwitzt war diese Tour aber dennoch eine Erfahrung wert und hat mir das Gefuel gegeben, in die Stadt eintauchen zu koennen.

Es faellt mir schwer, die Eindruecke von Phnom Penh in Worte zu fassen. Auf der einen Seite habe ich so viel erlebt, so viel zu erzaehlen, auf der anderen Seite sind es gerade die vielen kleinen, eher unscheinbaren Begegnungen und Beobachtungen, die diese Stadt zu dem Erlebnis machen, das es fuer mich war! Und diese wollen sich einfach nicht in Saetze zwingen lassen…

Nach all dem Trubel in Siem Reap und Phnom Penh bin ich nun ganz gespannt, was mich bei Sorya erwarten wird. Der Rucksack ist gepackt, es kann losgehen…

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