Ankunft in Medan

Hallo,

mein Name ist Lisa. Ich schreibe euch aus dem fernen Medan, Indonesien, wo ich ein dreimonatiges Praktikum an der Universitas Negeri Medan absolviere. Ich bin hier, um Deutsch zu unterrichten und die Abschlussarbeiten der Studenten, die komplett auf Deutsch verfasst werden müssen, zu korrigieren.  Seit meiner Ankunft vor 2 Wochen habe ich mich schon gut eingelebt, was nicht zuletzt an dem herzlichen Willkommen liegt, welches meine Kollegen und Studenten mir bereitet haben.  Ich habe in der ersten Woche direkt den Unterricht für zwei Kolleginnen übernommen und schon mehrere Arbeiten korrigiert. Auch wenn das Leben hier sehr anders und teilweise auch gewöhnungsbedürftig ist, gefällt es mir prima und ich lerne wahnsinnig viele nette Leute kennen. In der Uni und auf der Straße werde ich als Europäer behandelt wie ein kleiner Star. Die Studenten wollen alles von mir wissen und am liebsten alles auf einmal. Sie betonen immer wieder, wie sehr sie sich freuen einen „native speaker“  zu kennen und laden mich zu persönlichen Feierlichkeiten ein. Auf der Straße bleiben die Blicke der Indonesier oft an mir haften, sie fangen an zu tuscheln und zu kichern oder rufen das berühmte „Hello Mister“ (was hier unabhängig von Mann oder Frau verwendet wird.) oder bitten mich sogar darum, mich zusammen mit ihnen fotografieren zu lassen.

In den äußerst belebten Straßen von Medan wimmelt es von “Angkots” (Minibussen), Becaks (so heißen die Rikschas hier), Motorrollern und Autos. Durch die Hektik, den Linksverkehr und das kontinuierliche Missachten von Verkehrsampeln wird das Überqueren einer normalen Straße zu einem Abenteuer. Überall wildes Gehupe und ein für mich erstmal heilloses Durcheinander. Aber mit der Zeit habe ich mich schon etwas daran gewöhnt.  Auch das indonesische “Pinggir bang!”, was man rufen muss, wenn das Angkot anhalten soll, geht mir mittlerweile leicht über die Lippen. Hält ein Angkot doch mal an einer großen Kreuzung vor einer roten Ampel an, so stehen schnell Kinder oder Studenten in der ständig geöffneten Tür des Minibusses, spielen Gitarre und singen mit der Hoffnung auf eine kleine Spende.

Neben meiner Arbeit an der Uni habe ich an den Wochenenden noch genug Zeit, um etwas zu unternehmen. So habe ich schon eine Stadtführung mit den Studenten und eine Rafting-Tour im Dschungel hinter mir. Dieses WE werde ich mit den Studenten auf eine Studienreise zum Toba-See fahren.  Es ist also nie langweilig und ich genieße die Zeit hier sehr. Ich werde euch bald mehr über meine Arbeit und meine Erfahrungen berichten.

Viele Grüße aus dem heißen Medan (ach ja, die Temperaturen liegen hier ständig zwischen 33°C und 39°C!),

Lisa

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