Beninreise 4

Schlangen, Schlamm und Gesang

Unser tägliches Frühstück bestehend aus Omlett, Baguette und Instantkaffee fand am vierten Tag in einer wahrlich traumhaften Kulisse in Oudiah direkt an der Südküste von Benin statt. Am Vormittag ging es ab in die Wellen oder es wurde Fußball gespielt. Das dieser Ort wohl nicht immer so ein Paradies war, wurde uns schnell klar, als wir bei der Präparierung unseres Fußballfeldes Patronenhülsen im Sand fanden.

Point of no Return

Point of no Return

Mittags besichtigten wir dann das Gedenkmonument des „Point Of No Return“, der Ausgangspunkt der Sklavenroute. Von dort wurden Sklaven vor allem nach Südamerika verschifft. Direkt vor der Erinnerungsstätte, an die wohl dunkelste Seite der beninischen Geschichte, geht das Leben weiter. Auf der Straße wird gehandelt. Dabei wird lautstark und temperamentvoll die Ware angepriesen und versucht  uns diese zu „Jovo-Preisen“ zur verkaufen. Nach zähen Verhandlungen mit französischen Wortfetzen und viel Gestikulieren hatten alle ein Souvenir ergattert.

Die nächste Begegnung mit dem Voodoo machten wir direkt in Oudiah im Pythontempel. Der Sohn des dortigen Voodoopriesters führte uns durch die Anlage und erklärte uns die Zeremonien rund um den Tempel. Als Highlight durften wir barfuß in den Tempel. Dort leben die Phytons. Jeder durfte sich eine Schlange um den Hals hängen lassen. Wie viele Schlangen dort leben ist unbekannt, da diese dort als Gottheit gelten und nicht gezählt werden dürfen. Gegenüber des Pythontempels steht eine große Kirche. Doch große Konflikte gibt es nicht zwischen Voodookult und Christentum in Benin. Immer mehr zeigt sich, dass Benin ein Land von Gegensätzen ist, die scheinbar gut miteinander auskommen.

Voodoopython

Veronika bendigt Voodoopython

Am späten Nachmittag ging es dann nach Bassanhue. Dort hat unser Guide Wolfgang sein Tourismusprojekt „Benin Tourism – Explore Bassanhue“ aufgebaut. Es hatte zwischendurch geregnet. Kein Problem auf normalen Straßen. Doch von Dogbo nach Bassanhue gibt es nur eine nicht asphaltierte Piste. Mit riesigen Schlaglöchern und voller Wasser. Mr. Sharky, unser Fahrer, bewies zum ersten Mal was in ihm steckt. Mit unserem Citroen Jumper, ausgelegt für 9 Personen, besetzt mit 17 Personen plus Gepäck auf dem Dach, aufgepimpt mit dicken Steinen unter der Rückbank und Bob Marley aus den Lautsprechern manövrierte uns Sharky mehr oder weniger gefühlvoll zu Wolfgang. In Benin können zehn Kilometer halt auch mal über eine Stunde dauern.

Jumper in Action

Jumper in Action - Weg von Dogbo nach Bassanhue

Als wir bei Wolfgang ankamen trauten wir unseren Augen nicht. Das gesamte Dorf hatte eine Begrüßungszeremonie für uns organisiert, wie Florian schon im ersten Bericht beschrieben hat. Wir fragten Wolfgang wie lange so eine Zeremonie wohl dauern kann. Seine Antwort: „Das kann man nicht so genau sagen… Manchmal feiern die Leute auch drei Tage lang durch.“ Wir waren alle völlig überwältigt von der Gastfreundschaft der Beniner, jedoch waren wir auch ziemlich kaputt vom ganzen Tag und der Hitze und waren daher ganz froh, dass die Zeremonie nach viel Singen, Tanzen und Lachen nach circa vier Stunden vorbei war. Diesen Abend werde ich nie in meinem Leben vergessen.

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