Aid el-Kabir

Heute wurde im Islam das große Opferfest gefeiert und ich durfte mitfeiern. Das hat mich natürlich riesig gefreut. Opferfest heißt natürlich, dass geopfert wird. Meist wird dafür ein Hammel geschlachtet. Das heißt aber nicht, dass man das in einer Gemeinde macht. Nein, jeder privat zuhause sollte es machen, sofern er sich‘s leisten kann.

Schon vor dem Fest sah man deshalb überall in der Stadt Schafe rumrennen. Ob auf LKWs oder kleinen Transportern, jeder musste sein gekauftes Schaf irgendwie nach Hause transportieren. Das war teilweise recht skurril. Mal sah ich Leute mitten in der Stadt mit einem Schaf über den Bürgersteig spazieren. Ein anderes Mal kriegte ich einen regelrechten Schrecken als an mir ein kleiner Renault Clio vorbei brauste und mich von der Rückbank zwei ausgewachsene Schafe anglotzten.

Heute ging es dann los. Früh nach dem islamischen Morgengebet wurde ich von Manil abgeholt und wir fuhren zu seiner Familie. Die hatte gleich zwei Schafe gekauft. Als wir ankamen, konnten wir schon auf der Straße sehen, dass jede Hilfe für den ersten Hammel zu spät kam. Die war nämlich bereits rot. Im Garten waren sie noch fleißig zu Gange. Dann kam das zweite Schaf an die Reihe. Der arme Kerl werte sich noch zu Beginn bis der Chefschlachter sein Messer an die Kehle ansetzte. Einmal von rechts nach links und wieder zurück. Naja, mehr braucht man kaum zu sagen. Blutig war‘s in jedem Fall. Aber ich fand es nur halb so schlimm. Dann wurde das Fell abgezogen und das Tier ausgenommen. Einfach ist sowas jedenfalls nicht. Ich hab auch ein bisschen mitgeholfen. Heute wurden erst einmal nur Innereien verzehrt. Morgen wird dann der Rest des Tiers geteilt. Dann verschenkt man auch jeweils die Hälfte an arme Leute.

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