E-Mail von Stephan aus Benin

Hey Andy,

danke für deinen gestrigen Anruf. Hat mich gefreut mit dir zu telefonieren.

Wie du meinen Worten entnehmen konntest, ist das hier in Benin wirklich eine völlig andere Welt.

Armut, das ist gar kein Ausdruck. Die häuslichen Einrichtungen hier näher zu sehen macht einen Menschen echt nachdenklich. Man sucht nach schnellen Lösungen, doch die zu finden ist schwierig. Das Land muss sich wirklich langfristig entwickeln, daher ist unser Engagement in Benin schon am richtigen Platz. Es Bedarf jedoch (leider) noch viel mehr Hilfe. Ein Schulbau ist ein Anfang, aber das Land mit seinen vielen kleinen Städten und Dörfern braucht viel mehr Schulen. Das fängt mit den Kindergarteneinrichtungen an und hört bei der Universität auf. Von all dem gibt es hier viel zu wenig.

Es fällt sehr schwer zu beschreiben, was man hier sieht. Eigentlich ist man immer mitten in den Slums. Nur Wellblechhäuser, kaum Steinbauten. Kaum geflassterte Straßen, nur Sandwege, die bei Regen völlig überschwemmt sind.
Hier kannst du eigentlich an jeder Ecke etwas verbessern.
Wie ich dir schon gesagt habe, wenn Benin das fünfzehnt ärmste Land der Welt ist, möchte ich das vierzehnt ärmste Land nicht mehr sehen. Was du hier zu Augen bekommst ist schwer mit unseren westlichen Vorstellungen eines alltäglichen Lebens zu vereinen, leider.

Es fällt schwer zu sehen, dass wir gerade mit unserem doch vielseitigem und großem Engagement in Deutschland erst eine Schule bauen konnten. Das Land braucht mehr.
Ich denke, und die Meinung teilen die Studenten und die Schüler mit mir, dass sich dieses Land nur entwickeln kann, wenn es mehr kluge Köpfe mit guten Ideen gibt.

Anbei schicke ich dir ein paar Unterlagen, die ich mit Jules und den Jungs erarbeitet habe.

Ich denke sie helfen Prodogbo und das hiesige Schulsystem noch besser zu verstehen.

Lieben Gruß aus einer anderen Welt

Stephan

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